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Der Vollposten - Avanti Beamti

Komödie, I 2016, 86 Minuten

In seiner Heimat Italien lockte der Film fast zehn Millionen Zuschauer ins Kino.
Die Culture-Clash-Komödie parodiert Beamtentum und kulturelle Klischees und feiert das italienische Lebensgefühl.

Hauptdarsteller Checco hat das, worum ihn viele Italiener beneiden: eine Festanstellung in der Verwaltung. Unkündbar. Bis zur Rente. Er stempelt von morgens bis nachmittags Jagdscheine, ohne dabei sonderlich ins Schwitzen zu geraten. Das Dorf umgarnt ihn. Die Jäger verwöhnen ihn mit Wurst und Obst, damit er ihnen gewogen bleibt. Seine Freundin liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab, schließlich hofft sie inständig, dass er sie ehelicht. Und seine Mutter vergöttert ihn. Mama bügelt ihm die Hemden, reicht ihm die Krawatte und lässt ihn zum Mittagessen aus ihrem Nudelsortiment auswählen.

Dann geschieht das Unvorstellbare: Die Regierung verabschiedet eine Verwaltungsreform. Die italienischen Provinzen werden abgeschafft. Die Provinzbeamten werden mit einer Abfindung vor die Tür gesetzt. Oder, wenn sie das Angebot ablehnen, zur Strafe in entlegene Winkel versetzt.

Aufgelöst und in Panik ruft Checco bei Senator Binetto an, dem mächtigsten Politiker im Ort, und fragt ihn, was er machen soll. Der Polithaudegen, ein Relikt aus der Ersten Republik, beschwört ihn: "Eine Festanstellung ist heilig."

Und so beginnt Checcos Kampf gegen das Ministerium, das ihn mit allen Mitteln loswerden will. Er wird ins Susatal an der französischen Grenze, nach Sardinien, auf die Mittelmeerinsel Lampedusa und schließlich zu einer italienischen Polarstation in Norwegen beordert, wo er Forscher vor Eisbären zu schützen hat. Dort lernt er die Biologin Valeria kennen. Er verliebt sich in sie und es beginnt ein fantastisches Abenteuer, das Checco in eine völlig neue Welt entführt...

Genüsslich nimmt die freche Culture-Clash-Komödie um den liebenswerten Macho Zalone Beamtentum und kulturelle Klischees auf die Schippe und feiert das italienische Lebensgefühl. In seinem Heimatland ließ DER VOLLPOSTEN selbst Blockbuster wie STAR WARS hinter sich: Fast 10 Millionen Kinozuschauer kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus! In der deutschen Fassung wird Checco Zalone von Bastian Pastewka gesprochen.

Und es geht hier trotz des schnellen Witzes und der Gesetzmäßigkeiten des Mainstream-Unterhaltungskinos durchaus auch um die Moral. Was wiegen Eigeninteressen in Relation zum Gemeinwohl? Was kann Idealismus tatsächlich zu einer besseren Welt beitragen? Wie viel ist die Freiheit wert - und wie viel Sicherheit bin ich bereit, dafür aufzugeben? Der Film trägt im italienischen Original den bezeichnenden Titel „Quo vado?” und entlässt die Kinobesucher am Ende dennoch mit einer ziemlich deutlichen Botschaft.

Johannes Luxner, ORF.at

Dieser Film wurde im Jahr 2016 im Stadt-Kino Horn gezeigt

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